Homepage < Aktuelles < Jahrespressekonferenz der Städtische Bibliotheken
In der Jahrespressekonferenz informierten heute Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau und der Direktor der Städtischen Bibliotheken Dresden, Dr. Arend Flemming über den Jahresbericht 2009, die Nachhaltigkeit des Projektes "Lesestark!", die Vorhaben 2010 mit dem Themenschwerpunkt "Generation Plus" sowie die Gewinnung der Staatsoperette als neuen Bildungspartner.
Jahresbericht
Die Vorstellung des aktuellen Jahresbericht 2009 dokumentiert die stabil guten
Leistungen
der Städtischen Bibliotheken Dresden im vergangenen Jahr und informiert über Arbeitsergebnisse,
Ereignisse, Höhepunkte, Kooperationen sowie neue Herausforderungen.
Eine Nutzerumfrage 2009 ergab, dass unter den Bibliotheksnutzern:
Die Ergebnisse und Trends 2009 bestätigen zum Einen die richtige Entscheidung des Stadtrates
zum Umbau des Kulturpalastes und zum Anderen die Notwendigkeit eines starken Filialnetzes. Sie
verdeutlichen die demografische Entwicklung Dresdens, die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens
sowie die unvermittelte Nachfrage nach leistungsstarken und modernen Bibliotheken in der Stadt.
"Lesestark!" - gegenwärtiger Stand sowie Nachhaltigkeit
Das erste volle Jahr mit dem Projekt "Lesestark! Dresden blättert die Welt auf"
beschert die Sensation unter den Leistungsergebnissen: Die Veranstaltungszahlen stiegen um 41 %
auf über 5.000. Rein statistisch betrachtet hat jede der 23 Bibliotheken an jedem Öffnungstag
mindestens eine Veranstaltung organisiert bzw. durchgeführt.
Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 konnte sowohl die Beteiligung von Kindergärten als auch von
Grundschulen gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden. Insgesamt werden im Projekt derzeit 1553 Vorschul- und 1486 Grundschulkinder betreut. Für diese
rund 3000 Kinder fanden bis jetzt je 1000 Leseveranstaltungen und rund 1000 Honorarveranstaltungen
statt.
Im Laufe des zweiten Projektjahres konnte das Projekt verschiedene Kontakte neben den
Alltagsaufgaben rund ums Vor-Lesen aufbauen. Zu nennen wäre ein intensiver Kontakt zum Theater
der Jungen Generation, zum Projekttheater sowie zum Verein Musenkinder e.V. Diese Kontakte
stützen und befördern den integrativen Anteil, den das Projekt bezüglich der Vernetzung von
Literatur mit anderen "Musen" anstrebt und unterstützten das Projekt bereits ganz praktisch bei
der Durchführung der Lesefeste für die ersten Klassen.
Intensiviert wurden auch die Kontakte zu den Einrichtungen, besonders den Kindergärten.
Durch Unterstützung der Stadtteilbibliotheken konnten Elternabende zum Thema der sprachlichen
und literarischen Bildung von Vorschulkindern durchgeführt werden.
All die zentralen Aufgaben des Projektes wären nicht ohne die derzeit 60 ehrenamtlich tätigen
Lesepaten zu denken. Ihnen galten verschiedene monatlich angebotene Fortbildungsveranstaltungen
ebenso wie die Durchführung von Lesepatencafés zum Erfahrungsaustausch.
In Auswertung der ersten Projektphase, die 2010 endet, ergeben sich zentrale Einflussfaktoren für positive Entwicklungen, auf die bereits hingearbeitet wird, wie z.B. die Ausdehnung des Projektes auf das gesamte Stadtnetz und die Überführung der Angebote in Dauerbetrieb nach Beendigung der Projektphase 2.
Das Projekt "Lesestark!" wurde am 14. Dezember 2009 mit dem ersten Preis der
Agenda 21 zur Förderung nachhaltiger und zukunftsfähiger regionaler Projekte ausgezeichnet.
Pläne 2010
Das vor uns liegende Jahr 2010 schließt den Handlungszeitraum des Bibliotheksentwicklungsplanes 2008 - 2010 ab und steht im Zeichen der Vorbereitungen wichtiger Entwicklungen der nächsten Jahre, wie die Nachhaltigkeit des Projektes "Lesestark!" sowie die zügige Umsetzung des vom Stadtrat beschlossenen Kulturpalastkonzeptes.
Inhaltlich steht das Jahr 2010 im Fokus der "Generation Plus". Auch in den nächsten
4 - 5 Jahren
soll eine besondere Akzentuierung auf diese Zielgruppe gesetzt werden.
Ohne Fixierung auf eine Altersgrenze sollen ältere Benutzerinnen und Benutzer langfristig
zurückgewonnen werden.
"Generation Plus"
Obwohl angenommen wird, dass die demographische Entwicklung in Dresden im Unterschied zum
Land Sachsen recht positiv verläuft, sind einige Prognosen, die sich auf das Jahr 2020 beziehen,
recht aufschlussreich, um der Generation Plus größere Aufmerksamkeit zu schenken.
Hier sind einige davon:
Obwohl die offiziellen Statistiken als Richtwert wichtig sind, folgen wir bei der Definierung
der Zielgruppe keinen statistisch festgelegten Altersangaben.
Nach unserem Verständnis gehören zur Generation Plus Menschen, die im Alter über ein gewisses
Plus an Zeit, Erfahrung, Reife und möglicherweise auch finanzieller Sicherheit verfügen und bereit
sind, Angebote verschiedener Art anzunehmen, um möglichst lang physisch und geistig aktiv zu sein
und sich zu engagieren.
Mit dem begonnenen Projekt versuchen wir unserer bibliothekarischen Arbeit neue Konturen zu verleihen und das vielfältige Potenzial der Bibliotheken für die Generation Plus so aufzubereiten, dass es diese direkt anspricht und einlädt, mehr denn je Bibliotheken zu nutzen.
Die demografische Entwicklung Dresdens, die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens und die sehr stark gestiegene Nachfrage des Bücherhausdienstes erfordern außerdem einen Schwerpunkt in der kulturellen und Bildungsbegleitung der betagteren Einwohner unserer Stadt durch die Städtischen Bibliotheken Dresden. Momentan werden mehr als 90 Hochbetagte, Blinde und Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Stadtgebiet Dresden durch diesen betreut. Außerdem werden Büchertische in 22 Seniorenheimen und 5 Häusern für geistig Behinderte ausgerichtet, um den Bewohnern vor Ort die Medien der Städtischen Bibliotheken zugänglich zu machen.
Durch eine Kooperation mit der Bürgerstiftung Dresden konnte der Bücherhausdienst ab Dezember 2009 für drei Jahre mit drei Kommunal-Kombi-Stellen abgesichert werden.
Neuer Bildungspartner Staatsoperette
Die Städtischen Bibliotheken Dresden und die Staatsoperette werden mit Vertragsunterzeichnung am heutigen Tag zum gegenseitigen Nutzen für Leser und Besucher kooperieren.
Das Publikum der Staatsoperette setzt sich zum überwiegenden Teil aus der Generation Plus zusammen, jener Benutzergruppe, die in den nächsten Jahren infolge der demografischen Entwicklung für die Städtischen Bibliotheken relevant wird.
Bildungspartnerschaften sind für die Städtischen Bibliotheken unverzichtbare Kooperationsbeziehungen, wobei der gegenseitige Nutzen im Vordergrund steht. Sie sind gekennzeichnet durch gemeinsame Ziele und Aktivitäten. Die Zusammenarbeit erfolgt regelmäßig und ist längerfristig konzipiert. Ziele und Inhalte werden durch Kooperationsvereinbarungen formuliert. Eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit ist Erfolgsquotient der jeweiligen Bildungspartnerschaft.
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letzte Änderung: 05.03.2010