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Auftrag und Organisation
Auftrag und Organisation
Aufgaben
Als kommunale Informationsdienstleister erfüllen die Städtischen Bibliotheken Dresden vor
allem folgende Aufgaben für Bürgerinnen und Bürger der Stadt:
- Unterstützung aller Phasen des lebenslangen Lernens von der Schule bis zur individuellen
Fortbildung im Alter;
- Sicherung von Chancengleichheit durch Schaffung eines Informationszugangs für alle;
- Förderung des Lesens als einer Kulturtechnik mit Schlüsselfunktion;
- Kompetenzvermittlung im Umgang mit neuen Medien;
- Unterstützung von Alltagsbewältigung und kreativer Freizeitgestaltung;
- Angebot von Orten der Begegnung und des Austausches, an denen die Identifikation mit der
Stadt gestärkt wird.
Grundsätze
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Städtischen Bibliotheken haben eine
leistungsorientierte Unternehmensphilosophie entwickelt, die dem Leitbild der Stadt Dresden
und dem 2006 fertiggestellten Kulturentwicklungsplan folgt. Sie kann durch folgende
Grundsätze umrissen werden:
- Bildungsunterstützung
Sowohl von der Nachfrage als auch von der gesellschaftlichen Relevanz her ist
Bildungsunterstützung die mit Abstand wichtigste Aufgabe der Städtischen Bibliotheken. Die
Prioritätensetzung spiegelt sich in der Angebotsstruktur und im Ressourceneinsatz wider.
- Bürgerorientierung
Das Medien- und Dienstleistungsangebot wird auf der Grundlage ständiger Bedarfsanalyse
flexibel und zeitnah fortentwickelt. Auch bei hoher Leistungsdichte werden Nutzerinnen und
Nutzer freundlich und hilfsbereit bedient und beraten.
- Gender Mainstreaming
Aus der Verpflichtung der Landeshauptstadt Dresden, Prinzipien des Gender Mainstreaming im
Verwaltungshandeln umzusetzen, ergibt sich für die Bibliotheken vor allem die Aufgabe,
Bedürfnissen der gegenwärtig überwiegend weiblichen Nutzerschaft (63 %) weiterhin umfangreich zu genügen und gleichzeitig Versuche zu unternehmen, mehr männliche Interessenten aller Altersgruppen für die verschiedenen Bildungs- und Informationsangebote der
Bibliotheken zu gewinnen.
- Modernität
Das Ziel, Dresden als Hochtechnologie- und Wissenschaftsstandort zu stärken und
weiterzuentwickeln, bedarf einer Infrastruktur von Schnittstellen, an denen aktuelle
Informationsangebote nutzbar gemacht und neue Informationstechnologien erprobt werden
können. Die Städtischen Bibliotheken stellen solche Schnittstellen dar. Sie reagieren
auf die Anforderungen des Informationszeitalters mit entsprechenden Angeboten.
- Effizienz
Als eine nach modernen Verwaltungsverfahren budgetiert arbeitende Einrichtung streben die
Städtischen Bibliotheken danach, mit Hilfe eines abgestimmten Controllingkonzeptes und den
Werkzeugen der Kosten- und Leistungsrechnung das Budget so einzusetzen, dass der
größtmögliche Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt entsteht.
- Benchmarking
Da Bibliotheken nur in sehr beschränktem Maß einer Konkurrenzsituation ausgesetzt sind,
kann sich ihr Erfolg nicht gegenüber Mitbewerbern erweisen. Für die Städtischen Bibliotheken
Dresden bilden deshalb Kennzahlenvergleiche mit Bibliotheken übereinstimmender Funktion und
ähnlicher Größe ein Schlüsselinstrument zur objektiven Bewertung der eigenen Arbeit. Die
Städtischen Bibliotheken beteiligen sich regelmäßig am deutschlandweiten Bibliotheksranking
BIX, bei dem sie 2007 erstmals den Sieg in der Kategorie "Öffentliche Bibliotheken in
Städten mit über 100.000 Einwohnern" errangen. Jährlich werden darüber hinaus Kennzahlen
aller Großstadtbibliotheken aus der Deutschen Bibliotheksstatistik analysiert und mit den
eigenen Ergebnissen verglichen.
- Kultur
Der besondere Charakter Dresdens als Kunst- und Kulturstadt soll auch in den Bibliotheken
erkennbar sein. Die Städtischen Bibliotheken stellen hohe Ansprüche an die Gestaltung und
Einrichtung ihrer Räume.
Als Orte der Literatur bieten sie ein attraktives, vielseitiges Veranstaltungsprogramm,
das einen wichtigen Beitrag zur Stadtteilkultur leistet.
- Dezentrales Netz
Als "Stadt in der Landschaft" mit einer im Verhältnis zur Einwohnerzahl großen Fläche und
vielen historischen Ortskernen besitzt Dresden eine Struktur, der ein ausgebautes
bürgernahes Bibliotheksnetz entgegenkommt. Es wird ergänzt von den Haltestellen der
traditionsreichsten deutschen Fahrbibliothek und den Ausleihstellen der Sozialen
Bibliotheksarbeit. Nach den Öffnungszeitenreduzierungen 2003 und 2006 wird um Lösungen
gerungen, die eine Rückkehr zu kundenfreundlicheren Öffnungszeiten ermöglichen.
Durch die organisatorische und EDV-technische Vernetzung wird das gesamte
Dienstleistungsangebot in jeder Bibliothek abgebildet. Der dezentrale Charakter des Systems
stärkt die Stadtteilkultur und trägt zur Verkehrsvermeidung bei.
- Kooperation
Alle Erfolge der Städtischen Bibliotheken beruhen auf Partnerschaft. Achtung, Verständnis
für die Interessen des anderen, Verbindlichkeit und Kompromissfähigkeit führen zu günstigen
Verhandlungsergebnissen mit Wirtschaftspartnern, zu vertrauensvollem Austausch unter
Fachkolleginnen und -kollegen und zu einer wirkungsvollen Gremienarbeit.
- Bibliothek und Schulen/Kindertagestätten
Zur Erfüllung des bibliothekarischen Bildungsauftrages wird besonderer Wert auf die
Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gelegt. Die mit diesem Schwerpunkt verliehene
Auszeichnung als deutsche "Bibliothek des Jahres 2004" durch den Deutschen Bibliotheksverband
und die ZEIT-Stiftung wirkt als Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
- Nutzungsverbund
Mit der Aufnahme weiterer interessanter Bildungspartnerschaften erleichtert der
Bibliotheksausweis allen Nutzerinnen und Nutzern den Zugang zu attraktiven Kultur- und
Bildungsangeboten Dresdens. Als Ausgleich zu der Gebührenerhöhung, die ab dem 1. Januar
2007 mit der neuen Benutzungsordnung in Kraft getreten ist, erhalten Bibliotheksnutzerinnen
und -nutzer für die Jahresgebühr zusätzliche Leistungen.
Erste Versuche wurden 2007 mit dem Zoo Dresden, den Städtischen Museen und dem Theater
Junge Generation gestartet. Besuchen Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer diese Einrichtungen,
können sie aus einem vielseitigen Angebot an Rabatten auf die Eintrittspreise wählen. Im
Gegenzug erhalten sie bei Vorlage der gültigen Jahreskarte eines Bildungspartners Rabatte
auf die Jahresgebühr der Bibliothek. Zeigt die Evaluierung, dass sich der Nutzungsverbund
bewährt, ist der Aufbau neuer und langfristiger Partnerschaften geplant.
Betriebsform und Organisation
Die Städtischen Bibliotheken Dresden sind wie ein städtisches Amt in die Struktur der Verwaltung
der Landeshauptstadt Dresden eingebunden. Sie gehören neben dem Amt für Kultur und Denkmalschutz
sowie dem Stadtarchiv zum Geschäftsbereich Kultur.
Als erstes Pilotprojekt der Landeshauptstadt Dresden führten die Städtischen Bibliotheken 1996
Elemente des Neuen Steuerungsmodells ein, eines Konzeptes zur Modernisierung der öffentlichen
Verwaltung. Alle drei Jahre legen die Städtischen Bibliotheken dem Stadtrat einen
Bibliotheksentwicklungsplan zur Beschlussfassung vor. Der jüngste Plan legt für den Zeitraum 2008
bis 2010 Entwicklungsziele und das dafür ausgehandelte Budget fest. Schwerpunkte liegen diesmal im
Bereich der Angebotsentwicklung für einzelne Zielgruppen, in der Bildungsunterstützung und bei der
Einführung virtueller Dienstleistungen.
Das Budget ist ein Zuschussbudget, es wird aus der Differenz von geplanten Ausgaben und Einnahmen
gebildet. Es steht als Gesamtbudget zur Verfügung und ist in allen Kostenarten außer den
Personalkosten variabel einsetzbar.
Ein wirkungsvolles Controlling sichert die Einhaltung der Leistungs- und Finanzziele über das
Planungsjahr. Halbjahresanalysen und Jahresbericht informieren Politik und Verwaltung über die
Ergebnisse der Arbeit.
Organigramm
Unsere Organisationsstruktur steht als PDF-Datei (10 KB) zur
Verfügung.
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letzte Änderung: 22.09.2010