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Bibliotheksfilialen im Blick : ein Leitfaden für Angebot und
Organisation / Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). - Gütersloh :
Verl. Bertelsmann-Stiftung, 2004. - 245 S. : zahlr. Ill.,
graph. Darst. + CD-ROM |
Die Bertelsmann Stiftung wählte 1998 nach eingehender Analyse aus 19 Bewerbern zwei Projektstädte - Bochum und Dresden - für ein Modellprojekt "Bibliotheksfilialen" aus.
In einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Landeshauptstadt Dresden, vertreten durch die Städtischen Bibliotheken Dresden, und der Bertelsmann Stiftung wurden die Entwicklung und Erprobung neuer Managementmethoden in Rahmen des Projektes vertraglich festgelegt.
Der Durchführungszeitraum beträgt 5 Jahre, vom 01.12.1998 bis zum 30.11.2003.
Das Projekt beinhaltet folgende Ziele:
Basis für die Messung der beiden quantitativen Ziele sind eine repräsentative Befragung in der Stadt Dresden und die in der Bibliothek erhobenen Leistungs- und Nutzungszahlen.
Die Bertelsmann Stiftung finanziert das ehrgeizige Projekt mit 1,23 Mio. € (2,4 Mio. DM).
Inhalt der Projektmaßnahmen sind:
Für den Zeitraum 2002 bis 2003 sind folgende Maßnahmen abgestimmt:
Nachbarschaftsbibliotheken
In den mit Projektgeldern neu eingerichteten Stadtteilbibliotheken Gruna und
Pieschen wurden der themenorientierte Bestandsaufbau und die thematische
Medienpräsentation als Modell weiterentwickelt, das betrifft speziell Sach- und
Kindermedien.
Intensive Kooperationsbeziehungen im Einzugsgebiet verstärken
Bekanntheitsgrad und Leistungskraft beider Bibliotheken.
Ausführliche Berichte zur Bibliothek Pieschen wurden in der Zeitschrift "BuB" veröffentlicht:
medien@age
Die medien@age entwickelt und erprobt moderne Marketingmethoden auf der Grundlage eines Marketingkonzeptes:
Das Medienangebot wird zielgruppenorientiert unter Einbeziehung von Focusgruppen weiter ausgebaut. Ein Zielbestand von 30.000 Medien soll zu 50 % aus Printmedien und zu 50 % aus Nonbooks bestehen.
Das Veranstaltungsangebot erhält in Kooperation mit den Schulen der Stadt eine spezielle Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe. Neben bewährten Formen wird mit virtuellen Veranstaltungen im Internet (zum Beispiel Chat mit Prominenten) experimentiert.
Ausführliche Berichte wurden in der Fachpresse veröffentlicht:
Reisebibliothek
In der Haupt- und Musikbibliothek wird das Konzept einer thematischen
Reisebibliothek realisiert.
Wie eine Bürgerumfrage von Infas im Frühjahr 1999
feststellte, gehört das Reisen bei 70 % der Befragten zu den
Hauptfreizeitaktivitäten (höchste Zahl der Nennungen). Die Befragung weist
aus, dass das Reisen bei den Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren als
Interessengebiet an erster Stelle steht. Die Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen nennt das Reisen an dritter Stelle nach Familie und Beruf.
Die Befragung ergab außerdem, dass die Benutzer mit dem Medienangebot zu diesem Thema nicht zufrieden sind, da das Gewünschte oft bereits entliehen, die restlichen Angebote nicht topaktuell sind.
Der Aufbau einer thematischen Bibliothek "Reisen" mit nachfragegerechten Angeboten in hoher Qualität verspricht deshalb die höchsten Leistungssteigerungen und damit den effektivsten Mitteleinsatz.
Im Jahr 2002 wurde eine Fläche der Haupt- und Musikbibliothek innenarchitektonisch zu einem "Erlebnisbereich Reisen" umgestaltet, der neben dem Medienbestand auch virtuelle Angebote präsentiert.
Durch eine Verdoppelung des Medienangebotes gelang es, die Nachfrage besser zu befriedigen, Kunden an die Bibliothek zu binden und neue Kunden zu gewinnen. Dieses Ziel war nur zu erreichen, weil neben den Projektmitteln Sponsorengelder eingeworben werden konnten.
Intensive Partnerschaften und die Kooperation mit privaten Anbietern (Reiseunternehmen, Flughafen, Verlage, Messen) ermöglichen ein breites Informationsangebot an zentraler Stelle. Mit Veranstaltungen, Internetseiten, Presseaktivitäten wird die Themenbibliothek intensiv beworben.
Ein ausführlicher Bericht wurde in der Zeitschrift "BuB" veröffentlicht:
Kurierdienst
Themenbibliotheken und in ihrem Bestandsprofil stärker auf das unmittelbare Einzugsgebiet abgestimmte Nachbarschaftsbibliotheken führen dazu, dass das Medienangebot in den Bibliotheken der Stadt differenzierter wird.
Ein verändertes Selbstverständnis des Bibliotheksbenutzers als "Kunde" - auch auf Grund der Einführung von Benutzungsgebühren - führt zu höheren Ansprüchen an die Bibliothek als Dienstleistungsbetrieb.
Weiterentwickelte Online-Angebote, wie Homepage und Internet-OPAC, ermöglichen bereits von zuhause aus den Zugriff auf Informationen zum Bestand und zu den Bibliotheken des Netzes.
Um eine schnelle Zugriffsmöglichkeit auf alle Medien im Netz zu gewährleisten, wurde in zwei Schritten 2001/2002 der interne Leihverkehr zwischen den Bibliotheken zugelassen. Ziel ist eine kurzfristige Bereitstellung und die Möglichkeit zu unbürokratischer Rückgabe jedes Mediums an jedem Standort. Der Medientransport erfolgt mit Hilfe eines Kurierdienstes.
Die neue Dienstleistung steigert effizient die Nutzung der Bestände und erhöht die Zufriedenheit der Kunden.
Projektabschluss
Im Zeitraum vom 01.07.2002 bis 30.11.2003 erfolgt die Evaluation und Dokumentation des Filialprojektes einschließlich einer abschließenden repräsentativen Befragung der Bevölkerung zur Bibliotheksnutzung durch Infas und eines Abschlussberichts [ kostenloser Download der Broschüre bei der Bertelsmann Stiftung].
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letzte Änderung: 22.02.2010