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Die Städtischen Bibliotheken Dresden blicken auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Am 3. September 1875 wurde die erste Dresdner Volksbibliothek auf der Bräuergasse 1 in der Friedrichstadt eröffnet. 1902 gründete Karl August Lingner die Dresdner Lesehalle auf der damaligen Waisenhausstraße 9. Die 1910 unter dem Namen Städtische Zentralbibliothek zusammengeführten Volksbibliotheken des Gemeinnützigen Vereins wurden 1918 mit der Dresdner Lesehalle zur Städtischen Bücherei und Lesehalle vereinigt, die 1923 ihren Hauptsitz in das von Stadtbaudirektor Wirth neu erbaute Stadthaus auf der Theaterstraße 11/13 verlegte. Hier wurde 1925 eine der ersten öffentlichen Musikbibliotheken Deutschlands gegründet, die später u.a. die Musikbibliotheken der Dresdner Tonkünstler-, Mozart- und Händelvereine, der Dreyssigschen Singakademie und des damaligen Konservatoriums übernahm.
Die 1906 gegründete Freie öffentliche Bibliothek Dresden-Plauen, eine Stiftung von Ida Bienert, der Gattin des Hofmühlenbesitzers Erwin Bienert, entwickelte sich unter ihrem Leiter Walter Hofmann in den Folgejahren mit ihrem sozialen und die Arbeiterbildung fördernden Konzept zur bedeutendsten öffentlichen Bibliothek Sachsens und erregte internationales Aufsehen.
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| Ausleihschalter in Dresden-Plauen um 1906 | Fahrbibliothek um 1960 |
1929 rollte durch Dresdner Straßen die erste deutsche Fahrbücherei mit einer repräsentativen Literaturauswahl zur Ausleihe an die Bevölkerung der städtischen Randgebiete. 2001 erfolgte eine deutschlandweit erstmalig eingesetzte Online-Anbindung an das Bibliotheks-EDV-System der Städtischen Bibliotheken Dresden und so zählt sie auch heute zu den modernsten ihrer Art. Ihr Depot befindet sich seit 2001 im Gebäude der neuen Bibliothek Pieschen.
Das erste Dresdner Kinderlesezimmer entstand 1935 in der Städtischen Bücherei und Lesehalle Nordwest in Pieschen. Mit 2 Bibliothekarinnen, die auch als Hortnerinnen ausgebildet waren, begann eine erfolgreiche Kinderbucharbeit.
In der Bombennacht des 13. Februar 1945 wurde das Stadthaus zerstört. Dabei verbrannten 75% des Bestandes, nur das Magazin der Musikbibliothek blieb unversehrt. Schon im Dezember 1945 wurde unter dem Namen "Städtische Bücherei" wieder mit dem Ausleihbetrieb begonnen und in den folgenden Jahren ein dichtes städtisches Bibliotheksnetz aufgebaut. Erst 1953 konnten Leitung und Verwaltung der Städtischen Bücherei, die bis dahin ihren Sitz in der Zweigstelle Neustadt hatten, in die wiederhergestellten Arbeitsräume im Stadthaus einziehen. Der Bibliotheksbau war noch unbenutzbar, für die Leser wurde aber ein öffentlicher Lesesaal eingerichtet. Als Stadt- und Bezirksbibliothek Dresden übernahm die Einrichtung 1954 die fachlich-methodische Anleitung der Staatlichen Allgemein-Bibliotheken in der Stadt und im Bezirk Dresden und entwickelte sich 1969 zur größten Freihandbibliothek der DDR.
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| Hauptbibliothek um 1968 | Haupt- und Musikbibliothek im WTC 1999 |
Nach Wegfall der Bezirksfunktion erfolgte 1990 die Umbenennung in Städtische Bibliotheken Dresden. Der wachsende Medienbestand, unzulängliche Räumlichkeiten und fehlende Mittel für die Sanierung der Bibliotheksräume im denkmalgeschützten Stadthaus führten 1997 zum Umzug von Zentrale und Haupt- und Musikbibliothek ins World Trade Center (WTC) auf der Freiberger Straße, einen attraktiven Gebäudekomplex mit günstiger Verkehrsanbindung.
Der 1991 eingerichtete Bücherhausdienst des Sachgebietes Soziale Bibliotheksarbeit versorgt mit einem speziellen Bestand vor allem an Großdruckliteratur und Hörbüchern ältere und hausgebundene Leser.
Die seit 1979 auf der Hauptstraße bestehende Jugendbibliothek zog im Mai 2000 mit modernster Ausstattung als medien@age - Die neue Dresdner Jugendbibliothek auf die Waisenhausstraße 8/Ecke Prager Straße, wo in unmittelbarer Nähe 1902 die Lesehalle gegründet worden war. Das gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung entwickelte Konzept fand in der internationalen Fachwelt starke Beachtung.
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| medien@age 2001 |
Die seit 70 Jahren bestehende Stadtteilbibliothek Nordwest erhielt 2000 einen neuen Standort in Pieschen auf der Bürgerstraße. In einem Gebäudeensemble aus teils rekonstruierten historischen und teils neu errichteten Elementen entstand eine Bibliothek mit moderner Medienpräsentation, die ihre Bestände nach den Interessengebieten der Nutzer gliedert.
Unter Federführung der Städtischen Bibliotheken erfolgt 2003 von Dresden aus der Start für die Deutsche Internetbibliothek. Den Städtischen Bibliotheken Dresden wurde im folgenden Jahr der einzige nationale Bibliothekspreis "Bibliothek des Jahres" verliehen.
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung übernahmen die Städtischen Bibliotheken 2005 die Verwaltungsbibliothek der Stadt Dresden. Im Jahr 2006, dem Jahr des Stadtjubiläums "Dresden 800", wurden zwei umfangreiche Projekte fertig gestellt: der 30-minütige Dokumentarfilm "Ich glaube, er war ein bisschen rebellisch ..." über die Freie öffentliche Bibliothek Dresden-Plauen und ihren Gründer Walter Hofmann, anlässlich des 100. Geburtstages der Bibliothek und das Buch "Stadttore zur Medienwelt - Geschichte der Dresdner Bürgerbibliotheken".
Auf der Kennzahlenbasis von 2006 gewannen die Städtischen Bibliotheken Dresden 2007 erstmals
den Spitzenplatz im Bibliotheksindex BIX, dem Leistungsvergleich deutscher Bibliotheken in der
Kategorie Öffentliche Bibliotheken, Städte ab 100.000 Einwohner.
Die Städtischen Bibliotheken und ihre Direktoren
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Dresdner Lesehalle und Volkslesehalle |
1902 - 1910 Richard Brunn |
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Städtische Zentralbibliothek |
1910 - 1917 Richard Brunn |
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Städtische Bücherei und Lesehalle |
1918 - 1924 Richard Brunn |
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Städtische Bücherei |
1945 - 1951 Jan Pepino |
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Stadt- und Bezirksbibliothek Dresden |
1954 - 1970 Helmut Hahnewald |
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Städtische Bibliotheken Dresden |
seit 1990 Prof. Dr. Arend Flemming |
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letzte Änderung: 07.11.2011