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Bibliotheksfilialen

Projekt "Bibliotheksfilialen - Optimierung von Angebot und Organisation" mit der Bertelsmann Stiftung 1998 - 2003

Die Bertelsmann Stiftung legte 1998 ein Förderprojekt mit dem Titel "Bibliotheksfilialen - Optimierung von Angebot und Organisation" auf, das mit 2,46 Mio € ausgestattet wurde. Aus 19 Bewerberstädten wählte die Stiftung Bochum und Dresden als Projektpartner aus.

Projektbeschreibung

Das Projekt beinhaltete folgende Ziele:

  • Entwicklung und Erprobung innovativer Wege für die optimale Gestaltung und den Betrieb von Bibliothekssystemen durch:
    • attraktive und kundenorientierte Angebote,
    • Entwicklung neuer Distributionswege für die Leistungen der Bibliothek,
    • Optimierung der internen Organisation und
    • Berücksichtigung und aktiver Einsatz betriebswirtschaftlicher Instrumente.
  • Leistungssteigerungen im Ergebnis der zu planenden Maßnahmen:
    • 30 - 40 % mehr Kunden oder 50 % der Einwohner der Kommune nutzen die öffentliche Bibliothek (zu ermitteln durch Einwohnerbefragungen am Anfang und am Ende des Projektes)
    • Steigerung der Ausleihzahlen und sonstiger Nutzung um 30 %

Projektmaßnahmen sollten sein:

  • Umgestaltung von zwei Stadtteilbibliotheken in moderne leistungsfähige Nachbarschaftsbibliotheken;
  • Aufbau von zwei Themenbibliotheken mit zielgruppenorientierter Angebotspolitik;
  • Entwicklung innovativer mobiler Angebote.

In Dresden entstanden:

  • eine vergrößerte und neu eingerichtete Stadtteilbibliothek Gruna
  • ein Neubau (finanziert über Städtebaufördermittel) und eine Neueinrichtung für die Stadtteilbibliothek Pieschen
  • die medien@age eine neue Jugendbibliothek in zentraler Lage
  • eine Reisebibliothek in der Haupt- und Musikbibliothek (Shop-in-Shop-Modell)
  • ein interner Kurierdienst zwischen den Bibliotheken

Projektinhalte:

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In den Stadtteilbibliotheken Gruna und Pieschen wurde ein Modell der thematischen Medienpräsentation entwickelt, das den Zugang zu den Sach- und Kindermedien erleichtert. (Link zum entsprechenden Teil der Klassifikation)

Die medien@age und die Reisebibliothek gestalteten eigene Internetseiten zur Vermittlung ihrer Angebote, wobei auch interaktive Elemente eine Rolle spielten. Während die Reisebibliotheksseiten sich mit professionellen Angeboten im WorldWideWeb auf die Dauer nicht messen konnten und 2007 wegen zu geringer Nutzung wieder abgeschaltet werden mussten, konnte der Auftritt der medien@age mit regionalen Bezügen bei der Zielgruppe punkten und wird auch heute noch intensiv gepflegt.

Die medien@age erarbeitete ein Marketingkonzept, das neben den eigenen Internetseiten eine elektronische Kundenzeitschrift in Zusammenarbeit mit der Jugendinformationsstelle, SMS-Informationen über bereitliegende Bestellungen und den Ablauf der Leihfristen und E-Mails zur Benachrichtigung von Angeboten enthielt. Die beiden letzten Dienstleistungen stehen heute in ausgebauter Form allen Nutzern zur Verfügung. 

In der Reisebibliothek wurde der hohen Nachfrage nach Medien zum Thema mit einer Verdopplung des Bestandes, einer thematischen Aufstellung und der Gestaltung eines "Erlebnisbereiches Reisen" Rechnung getragen. Die Herausforderung bestand hier in der Einbeziehung von zahlreichen Wirtschaftspartnern aus der Branche, vor allem bei der innenarchitektonischen Gestaltung.

Um eine schnelle Zugriffsmöglichkeit auf alle Medien im Netz zu gewährleisten, wurde in zwei Schritten 2001/2002 ein interner Leihverkehr zwischen den Bibliotheken eingerichtet. Ziel war der einfache Zugriff auf alle Medien im Netz von überall her sowie die Möglichkeit zu unbürokratischer Rückgabe jedes Mediums an jedem Standort. Der Medientransport erfolgt mit Hilfe eines externen Kurierdienstes. Die neue Dienstleistung wurde mit Begeisterung angenommen und hat einen deutlichen Imagegewinn bewirkt, in einer Zeit, als die Einführung von Jahresnutzungsgebühren im Rahmen eines Konsolidierungskonzeptes der Landeshauptstadt Dresden zu verkraften war. Der interne Leihverkehr transportiert heute jährlich über eine halbe Mio Medien und ist aus dem Dienstleistungsspektrum der Städtischen Bibliotheken Dresden nicht mehr wegzudenken.

Evaluation und Dokumentation

Im Zeitraum vom 01.07.2002 bis 30.11.2003 erfolgte die Evaluation und Dokumentation des Filialprojektes.

Die angestrebten Leistungssteigerungen konnten, vor allem wegen der Einführung von Nutzungsgebühren im Projektzeitraum, nicht erreicht werden. Trotzdem war das Projekt für die Städtischen Bibliotheken ein wichtiger Entwicklungsschritt. Seine finanzielle Ausstattung ermöglichte es, die Modernisierung des Dresdner Bibliotheksnetzes zum Abschluss zu bringen und neue Aufgaben der Bibliotheksentwicklung anzupacken. Die nationale und internationale Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Städtischen Bibliotheken Dresden wuchs deutlich, das Konzept der medien@age gilt bis heute als vorbildlich und grundlegend für moderne Jugendbibliotheken.

2003 entstand ein ausführlicher gedruckter Abschlussbericht, in dem Mitarbeiter der beiden beteiligten Bibliotheken ihre Erfahrungen präsentieren.

Buchcover

Berichte in der Fachpresse

Wie Phönix aus der Asche : Dresden: Stadtteilbibliothek in alter Feuerwache / Roman Rabe
In: BuB. - 53 (2001), 6/7, S. 43 - 45

Der Phönix fliegt in Dresden : Rückschläge und Erfolge nach einem Jahr Neueröffnung / Silke Zimmermann
In: BuB. - 54 (2002), 7/8, S. 501 - 503

Jugendbibliothek Dresden als medien@age wiedereröffnet / Roman Rabe ; Falk Schellenberger
In: ABI-Technik. - 20 (2000), 3, S. 250 - 260

Willkommen in der medien@age! : Neue Dresdner Jugendbibliothek eröffnet / Roman Rabe
In: BuB. - 52 (2000), 9, S. 599 - 604

Marketing per Handy : elektronische Vertriebs- und Kommunikationswege der neuen Jugendbibliothek in Dresden / Anette Stein
In: BIT online. - 4 (2001), 2, S. 151 - 154

Reiseführer als Profilbringer : die Sehnsucht nach der Ferne und die Reisebibliothek in Dresden / Roman Rabe
In: BuB. - 54 (2002), 9, S. 570 - 573