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Ehrenamtlicher Bücherhausdienst

Der Ehrenamtliche Bücherhausdienst der Städtischen Bibliotheken Dresden verfolgt das Ziel, hausgebundene Menschen mit Lesestoff, Unterhaltungsmedien und aktuellen Informationen zu versorgen. Dieser bereits seit 1996 bestehende Service ist angegliedert an das Sachgebiet Soziale Bibliotheksarbeit und wurde 2012 aufgrund personeller Umstrukturierungen auf ein neues Fundament gestellt: Seither wird der Bücherhausdienst durch die tatkräftige Unterstützung engagierter Dresdner ermöglicht, die ehrenamtlich als Bücherboten tätig sind. In der Projektphase (Oktober 2012 - August 2014) wurden die Bücherboten von zwei hauptamtlichen Projektkoordinatoren angeleitet. Seit dem Projektabschluss steht Ihnen ein Koordinator langfristig als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Bücherboten

Die Aufgabe der Bücherboten besteht darin, einen oder mehrere Leser in einem regelmäßigen Rhythmus von etwa vier Wochen per Hausbesuch mit neuen Medien zu versorgen. Dem voraus geht eine Stippvisite durch die Städtischen Bibliotheken, um die gewünschten Bücher, Zeitschriften, CDs oder auch DVDs - ganz nach Gusto des Lesers - auszuleihen. Auch die Rückgabe der abgeholten Medien steht in der Verantwortung des Ehrenamtlichen. Diese übernehmen jene verantwortungsvolle Aufgabe meist aus der Motivation heraus, zu helfen, sich sozial zu engagieren und neue Kontakte zu knüpfen.

Zwei Frauen mit Büchern sitzen an einem Tisch
Frau Tiegel und ihre Bücherbotin Frau Warnecke (v.l.)

Die Bücherboten erfahren dabei Hilfe und Begleitung von Anfang an: Wer dieses Ehrenamt übernehmen möchte, trifft sich mit dem Koordinator zu einem Informationsgespräch, in dem Aufgaben und Erwartungen abgeglichen werden können. Auch der erste Besuch beim zukünftigen Leser erfolgt zur Schaffung eines Vertrauensverhältnisses, das bei privaten Hausbesuchen von großer Wichtigkeit ist, und zur Klärung aller offenen Fragen in Begleitung des Koordinators.

Durch die Einrichtung regelmäßiger Bücherboten-Inforunden haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Feedback zu geben, Schwierigkeiten zu diskutieren, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Gleichgesinnte kennen zu lernen. Weiterhin erhalten sie Unterstützung durch das vom Koordinator eigens für sie organisierte, hochwertige Weiterbildungsprogramm.

Eine Anerkennung der ehrenamtlichen Leistungen geschieht neben dem kostenlosen Weiterbildungsprogramm durch die Organisation von Sommerfesten und Weihnachtsfeiern sowie durch den Erlass der Jahresgebühr für die Dauer der Tätigkeit. Auch die persönliche Betreuung durch einen hauptamtlichen Koordinator wird von den Ehrenamtlichen geschätzt.

Überblick Weiterbildungsangebote:

  • Einführung in die Haupt- und Musikbibliothek
  • Der Online-Katalog der Städtischen Bibliotheken - Recherchehinweise für Bücherboten
  • Einführung in die virtuelle Bibliothek eBibo
  • Fit in Erster Hilfe
  • Gespräche führen im Besuchsdienst
  • Umgang mit älteren Bürgern und Bürgern mit Behinderung - Praxistraining
  • Supervision
  • Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt
  • Besuch der Dresdner Literaturmesse "Schriftgut"
  • Besuch der Leipziger Buchmesse
  • Vorlesen und erzählen mit älteren Menschen
  • u. v. m.

Die Leser

Bei der Kontaktaufnahme durch einen neuen Leser werden alle notwendigen Daten in einem Kontaktbogen erfasst, seine Interessen für die Zusammenstellung der Medien (Genres, Themen und Medienformen) abgefragt und ein Termin für einen ersten Besuch des Koordinators vereinbart. Dieser Vorab-Besuch dient der Information des Lesers und der Regelung aller notwendigen Formalitäten (Anmeldung, SEPA-Lastschriftmandat für die Jahresgebühr etc.). Außerdem kann der Koordinator den neuen Leser und seine Lebensumstände kennen lernen, um im Anschluss einen "passenden" Bücherboten zu vermitteln. Schon bei diesem Vorab-Besuch können Medien vom neuen Leser ausgeliehen werden und er kann seine Wünsche für den nächsten Besuch äußern, bei dem im Idealfall der neue Bücherbote vom Koordinator vorgestellt wird.

Ein Anliegen des neu aufgestellten ehrenamtlichen Services ist, dass Bücherbote und Leser möglichst nah beieinander wohnen, damit eine Inklusion der hausgebundenen Menschen in ihre Nachbarschaft befördert werden kann. Denn meistens beschränkt sich der Austausch zwischen Bücherbote und Leser nicht nur auf den Medienwechsel, sondern es ist auch Zeit, um über die gelesenen Bücher oder auch Privates zu plaudern und sich kennen zu lernen.

Der Ehrenamtliche Bücherhausdienst in der Öffentlichkeit (Auswahl)

Vita Grande 2013

Stellvertretend für die Städtischen Bibliotheken Dresden präsentierte sich das Projekt "Ehrenamtlicher Bücherhausdienst" mit einem eigenen Stand auf der Sachsens 50plus Aktivmesse und gab zudem einen Überblick über das Angebot an Literatur für die Zielgruppe 50plus.

Berichte in der Fachpresse

BIS kompakt: Bibliotheksbesuch im Wohnzimmer / Lena Schulz
In: BIS. - 6 (2013),2, S. 126

Dresdner Bücherboten helfen ehrenamtlich : Reorganisation geglückt - Bücherhausdienst der Städtischen Bibliotheken Dresden fit für den Dauerbetrieb / Lena Schulz
In: BIS. - 7 (2014),3, S. 180 - 183

BIS kompakt: Gratulation zum 100. Geburtstag / Lena Schulz
In: BIS. - 7 (2014),3, S. 198