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Vierzig Herbste - eine Familiengeschichte im Kalten Krieg

Unsere Empfehlung

"Vierzig Herbste" erzählt auf berührende Weise das Schicksal von fünf Frauen im Kalten Krieg, die sich nicht unterkriegen lassen, sondern für das kämpfen, was ihnen am meisten bedeutet: ihre Familie.

Mai 1945. Eine Frau steigt aus einem Luftschutzkeller. Amerikanische Soldaten kommen und gehen wieder. Der Ort gehört nun zur sowjetischen Besatzungszone. Die innerdeutsche Grenze wird immer weniger durchlässig. Es gilt zu entscheiden: Gehen oder bleiben? Im Jahr des Mauerbaus wird Nina geboren, eine Enkelin jener Frau. Sie lebt mit ihren Eltern in den USA und erfährt als Fünfjährige, dass sie doch eine Oma hat, die "eingeschlossen hinter einem Vorhang" lebt, weit entfernt in einem fremden Land. Nina denkt: Es ist doch nur ein Vorhang – warum kann man die Stoffbahnen nicht einfach beiseite ziehen? Siebzehn Jahre später steht sie als US-Geheimagentin auf ostdeutschem Boden.
Nun hat sie sich auf Spurensuche begeben und die Geschichte ihrer Familie in diesem Buch zusammengefasst. Was geschieht mit einer Familie in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche? Kann eine Familie über Systemmauern hinweg Kontakt halten, ja sogar zusammenhalten? Die Autorin hat anhand ihrer eigenen Familie sowie wichtiger politischer und gesellschaftlicher Ereignisse solches versucht zu hinterfragen. Nina Willner ist eine, vielleicht gerade im 30. Jubiläumsjahr des Mauerfalls, lesenswerte und bewegende Familiengeschichte gelungen, gleichzeitig interessant für alle, die diese Jahrzehnte selbst erlebt haben, ebenso wie für jüngere zeitgeschichtlich interessierte Leser.

Eine Empfehlung von Julie Steinert, Mobile Bibliothek.