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Landeshauptstadt Dresden - bibo.dresden.de https://www.bibo-dresden.de/de/aktuelles/20260615_ZB_Stadtschreiberin_Olga-Martynova.php 20.04.2026 15:49:26 Uhr 18.05.2026 03:39:51 Uhr |
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Neue Dresdner Stadtschreiberin Olga Martynova
Die russisch-deutsche Autorin und Lyrikerin Olga Martynova ist die Dresdner Stadtschreiberin 2026. Am 15. Juni gibt sie ihre Antrittslesung in der Zentralbibliothek im Kulturpalast.
Antrittslesung in der Zentralbibliothek
Die Städtischen Bibliotheken Dresden laden in Kooperation mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden und der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zur Antrittslesung der Dresdner Stadtschreiberin Olga Matynova in die Zentralbibliothek ein. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Heiko Lachmann, Vorstandsmitglied der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, eröffnen die Veranstaltung mit offiziellen Grußworten; Axel Helbig übernimmt die Moderation.
Ende 2025 sichtete die Jury – bestehend aus Annett Groh (Vorsitz), Volker Sielaff, Katrin Schumacher, Axel Helbig, Sylvia Kindelberger und Juliane Moschell – mehr als 40 eingegangene Bewerbungen. Überzeugt hat sie insbesondere Olga Martynovas Bewerbung sowie die eingereichten Gedichte, die während eines Aufenthalts in Istanbul entstanden. Die Wahl fiel daher auf die vielfach ausgezeichnete russisch-deutsche Lyrikerin, Essayistin und Romanautorin.
Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und TourismusOlga Martynova vereint in ihrem Werk das Poetische mit dem Philosophischen, das Nachdenken über Erinnerung und Sprache mit einem feinen Sinn für Zwischentöne. Ihre Texte entstehen aus der Erfahrung zweier Kulturen und Sprachen und sind zugleich tief in der europäischen Literaturtradition verwurzelt. Damit steht sie für ein Schreiben, das Grenzen überwindet und Räume des Verstehens öffnet.
Zur Person
Olga Martynova - Lyrikerin, Essayistin und Romanautorin
Olga Martynova wurde 1962 in Dudinka (Sibirien) geboren und wuchs in Leningrad (heute St. Petersburg) auf, wo sie in den 1980er-Jahren die Dichtergruppe Kamera Chranenia mitbegründete. Seit 1991 lebt sie in Deutschland, heute in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Oleg Jurjew (1959–2018), prägte sie den literarischen Dialog zwischen russischer und deutscher Gegenwartsliteratur maßgeblich. Nach Angaben ihres Verlages schreibt sie seit 2018 ausschließlich in Deutsch.
Martynova verfasst Gedichte, Essays und Romane, die sich durch feine Ironie, essayistische Reflexion und poetische Präzision auszeichnen. Ihre Themen kreisen um Erinnerung, Sprache, Migration und das Verhältnis von Kunst und Geschichte. Sie gehört zu den wenigen Autorinnen, die sowohl in der russischen als auch in der deutschen Literatur gleichermaßen Anerkennung genießen.
Mitgliedschaften | Funktionen: Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, Vizepräsidentin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz).
Auszeichnungen: Ingeborg-Bachmann-Preis (2012), der Berliner Literaturpreis (2015), Peter-Huchel-Preis (2025).